Güterwagen-Drehgestelle: Blech und Winkel - Österreich: N 28, N 36

Version 3.03.97.1, Stand: 26. Februar 2017

Inhaltsverzeichnis - Blech und Winkel Hauptseite - Preussen, Elsass-Lothringen 1883/84 - Elsass-Lothringen, 2500 mm Achsstand - Baden, 1850 mm Achsstand - preussisch, VI d 7 III. Auflage - Prinz Heinrich-Eisenbahn (Luxemburg), 1911 - Austauschbauart, deutsch - Österreich, N 28, N 36 - Talbot, 1925 - Frankreich, Y 7 - andere Blech und Winkel-Drehgestelle - nächstes Kapitel - Impressum

Österreich: H) Blech und Winkel-Drehgestell, Austauschbauart, N 28 - Blech und Winkel-Drehgestell, für Erztransportwagen, N 36 - I) Geschweißte Drehgestelle - SGP, zweiachsig

Austauschbauart N 28 - N 36 - Daten

Blech und Winkel-Drehgestell, genietet, Austauschbauart N 28


Blech und Winkel-Drehgestell, Austauschbauart, N 28 - Seitenwangen zu den Enden hin ausgerundet; Skizze: H. Jahn auf Grundlage Zeichnung 6/1; Waggonfabriken Graz und Simmering, 1928 (Slg. Hermann Heless)   



Blech und Winkel-Drehgestell, Austauschbauart, N 28 - Seitenwangen zu den Enden hin ausgerundet
Foto, links: BBÖ 393 188Foto: ÖBB, Sammlung Heless; rechts: ÖBB 903 570 (ex 381 9 809, ex 394 009), Hermann Heless, Strasshof, 15. Juli 1981

Genietetes, blattgefedertes Kastendrehgestell mit Laschenaufhängung der Austauschbauart (Federn, Federböcke, Laschen, Drehpfanne, Bremsfangeisen etc.)

Kastenrahmen, bestehend aus zwei Seitenwangen, zwei Kopfquerträgern und einem Hauptquerträger. Seitenwangen, und Hauptquerträger aus 8 mm, Kopfquerträger aus 5 mm dicken Stehblechen, verstärkt durch aufgenietete Winkeleisen unterschiedlichen Querschnitts. Ausführung und Anordnung der Drehpfanne (Radius 190 mm, Höhe der oberen Drehpfanne ü. SO 1020 mm) entsprechend der deutschen Austauschbauart (siehe Zeichnung Fw 975.04.000.00.01). Seitenwangen zu den Enden hin ausgerundet. Achsstand 2,00 m, Laufkreisdurchmesser 940 mm. 10-lagige Blatt-Tragfedern, an Laschen aufgehängt. Beidseitig auf beide Achsen wirkende, einklötzige Luftdruckbremse.

Verwendung
Diese Drehgestelle wurden für vierachsige Niederbordwagen Nra 399 100 - 399 199 verwendet. Die Wagen mit den Endnummern 100 bis 139 wurden von der Grazer Waggonfabrik, die Wagen mit den Endnummern 140 bis 199 von der Waggonfabrik Simmering gebaut und von September bis Dezember 1929 ausgeliefert. Nach Übernahme der BBÖ wurden die Wagen als SSl Köln Ö bezeichnet und unter den Nummern 90 071 - 90 170 geführt. Nach 1954 waren noch 17 dieser Wagen als SSl 394 000 - 394 016 im Einsatz. Nach Einführung der UIC-Kennzeichnung wurden die Wagen als Rk 21 (20) 81 381 9 800 - 816 bezeichnet. 1970 wurden die Stirnwände des Wagens 381 9 800 entfernt und der Wagen bis 1976 als Rkp 20 81 382 5 900 eingesetzt. Acht Wagen wurden 1975 zu Schwellenwagen mit den Nummern 918 330 bis 337 umgestaltet.


ÖBB SSl 394 008 mit Blech und Winkel-Drehgestellen N 28; Foto: Hermann Heless


Blech und Winkel-Drehgestell, genietet, N 36  


Blech und Winkel-Drehgestell, mit Friedmann Achslagern, N 36 - Seitenwangen zu den Enden hin abgeschrägt; 
Foto: ÖBB ZZw 865 001 (10 Federblätter); Aufnahme Konrad Pfeiffer, Vordernberg, 10. Juni 1957, Archiv Hermann Heless;
Skizze: Zeichnung 6/3 (9 Federblätter); Waggonfabrik Simmering, 1937 (Sammlung Hermann Heless


Genietetes, blattgefedertes Kastendrehgestell mit Laschenaufhängung der Austauschbauart (Federn, Federböcke, Laschen, Drehpfanne, Bremsfangeisen etc.), abgeleitet aus der Bauart N 28.

Kastenrahmen, bestehend aus zwei Seitenwangen, zwei Kopfquerträgern und einem Hauptquerträger. Seitenwangen, und Hauptquerträger aus 8 mm, Kopfquerträger aus 5 mm dicken Stehblechen, verstärkt durch aufgenietete Winkeleisen unterschiedlichen Querschnitts. Seitenwangen zu den Enden hin abgeschrägt.
Ausführung der Drehpfanne (Radius 190 mm), entsprechend der deutschen Austauschbauart (siehe Zeichnung Fw 975.04.000.00.01), Anordnung und
Höhe der oberen Drehpfanne ü. SO 990 mm (u. a. durch Bauform der Achslager bestimmt). Achsstand 2,00 m, Laufkreisdurchmesser 940 mm. Friedmann Achslager. 9-lagige Blatt-Tragfedern, an Laschen aufgehängt. Beidseitig auf beide Achsen wirkende, einklötzige Luftdruckbremse.

Verwendung
Diese Drehgestelle wurden bei 21 Wagen (Kza 92000-92020) für den Transport von Erzen vom steirischen Erzberg nach Vordernberg und zu den Hochöfen in Donawitz bei Leoben im Jahr 1937 bei der Waggonfabrik Simmering verwendet. Diese Wagen hatten einen trichterförmigem Aufbau mit 22 m³ und Schwerkraftentladung zwischen den Schienen. Während die Drehgestelle und das Wagenuntergestell noch in Nietbauweise ausgeführt sind, ist der Wagenkasten selbst eine Schweißkonstruktion.
Nach Übernahme der BBÖ am 18. März 1938 wurden diese Wagen in
DR OOtz 90 001 – 90 021 Saarbrücken umgezeichnet. Während des Zweiten Weltkrieges gingen zwei Wagen verloren, die anderen wurden 1951/52 zu ZZw 865 000 – 865 018, nach Einführung der UIC-Bezeichnungen zu .Fadk-(z) 689 9 800- 817 umgezeichnet.
Mit umgebauten Bremserhäusern und Abdeckblechen über einem Teil der Bremsanlage, aber bis zuletzt mit Friedmann Achslagern, waren diese Wagen bis zur Einstellung der Erztransporte auf der steirischen Erzbergbahn im Jahr 1978 im Einsatz, die letzten Wagen wurden 1980 kassiert.


ÖBB ZZw 865 009 mit Blech und Winkel-Drehgestellen N 36 und Friedmann Achslagern; Foto: Hermann Heless; 24. Juli 1966, Donawitz

  Datenblatt
Datenblatt "Blech und Winkel-Drehgestell, Austauschbauart - DRG ABA, BBÖ N 28, BBÖ N 36"


Quellen:

Heless, Hermann: BBÖ Güterwagen - Austauschbau ab 1928 (N28). (in: Güterwagen-Correspondenz 101, April 2005, S. 92 - 99) 
Heless, Hermann: BBÖ Güterwagen - Austauschbau ab 1928 (N28) II. 5. Typenbeschreibung 4-achs. Niederbordwagen Nra (Rk). (in: Güterwagen-Correspondenz 104, Februar 2006, S. 44 - 48)
Österreichische Bundesbahnen, GD Ref. IV/1: Beilage zum Dienstbehelf 802. Verzeichnis der normalspurigen ÖBB-Güterwagen-Drehgestelltypen. Ausgabe Mai 1965 (Sammlung Hermann Heless)

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