Güterwagen-Drehgestelle: Diamond - Schweden, Olsson 1951
Version 1.02.99.1, Stand (inhaltlich): 13. Oktober 2007

Inhaltsverzeichnis  - Diamond Hauptseite - Dänemark, Scandia 1886 - Schweden, Kockums 1891 - Norwegen, Skabo 1903 - preussisch, VI d 7 II. Auflage - Sachsen, 1899 (28 852) - Tender-Drehgestelle - Verbandsbauart, B 23 - Österreich, C VII 1 - amerikanisch/WK I - belgisch, 1924 - russisch, Fwg 269.04.3 - Schweden, Olsson 1951Y 11 M - Y 11 Mk (Castor-Transportwagen)andere Diamond-Drehgestelle - „Diamond - Rahmen gegossen“ (BA 964/Dok.Nr. 0964) - „Diamond - Rahmen gegossen“, Detailfotos - nächstes Kapitel - Impressum

Bauform A - Bauform B - Bauform C - Bauform D

Christian Olsson war nach den mir bislang vorliegenden Informationen ein Geschäftsmann, der ab etwa 1935 vor allem mit rollendem Eisenbahnmaterial gehandelt hat. 1947 verlegte er seinen Firmensitz von Stockholm ins südschwedische Falkenberg und errichtete dort eine Werkstatt, in der spätestens ab 1951 auch vierachsige Kesselwagen gebaut wurden. Für diese benötigte Olsson Drehgestelle, die zum damaligen Zeitpunkt - wenn überhaupt  - nur sehr bedingt zugekauft werden konnten. Olsson musste daher mit dem vorhandenen Know how ein eigenes Drehgestell entwickeln, das mit relativ einfachen Werkzeugen in der eigenen Werkstatt gebaut werden konnte. Was lag in dieser Situation näher, als einmal mehr ein Diamond-Drehgestell zu konstruieren?

Den vorliegenden Fotos nach lassen sich 4 Bauformen, die sich hinsichtlich der Art der Federung und der Ausführung der Führungsbacken unterscheiden, ausmachen.

Bauform A: Schraubenfedern, einfache Führungsbacken
  Olsson Diamond-Drehgestell
  Achsstand 2,0 m

  DSB/BP Gas ZE 503 397, Olsson 1951

  Foto (Ausschnitt): Per Topp Nielsen
  (21 86 075 1 397 P, BP Gas) 

Die Olsson-Diamonds entsprechen weitgehend den amerikanischen Rigid Diamond/Archbar-Drehgestellen, bei denen die Federplanke fest mit den beiden Seitenrahmen verbunden ist. An den Stirnseiten ist der Querträger einem quadratischen Blech abgedeckt. Dadurch ist nicht zweifelsfrei zu erkennen, wie dieser konstruiert ist, anzunehmen ist aber, dass es sich um ein im wesentlichen - wie bei den Skabo-Diamonds - aus vier T-Profilen zusammengesetztes Bauteil handelt. Auch nicht eindeutig erkennbar ist die Ausführung der Verbindungssäulen/Führungsbacken: einerseits kann dem Augenschein nach nicht ganz ausgeschlossen werden, dass es sich dabei wie bei amerikanischen oder französichen Diamonds um Gussbauteile handelt. Andererseits weisen diese Drehgestelle auch im Bereich der Federplanke Gussbauteile auf, die am Olsson-Diamond nicht in dieser Form vorhanden sind, sondern als Blechbauteile. Anzunehmen ist, dass sich für Hersteller wie Olsson, die eher akzidentiell Drehgestelle gebaut haben, eine Gussfertigung kaum gelohnt haben dürfte und dass daher auch die Führungsbacken dieses Drehgestells aus Blech gefertigt sind.

Bauform B: Schraubenfedern, verstärkte Führungsbacken
  Olsson Diamond-Drehgestell
  Achsstand 2,0 m

  SJ/Koppartrans 506 251 Q 12 b 3
  Chr. Olsson Falkenberg , Fabriknummer 4209
  Baujahr 1958
  (SJ/Shell Uah 21 74 075 0 295-4,
  heute: Bergslagernas Järnvägssällskap)

  Foto Matthias Palmer, Göteborg, 2. Sept. 2006

Zunächst sei erstmal der Bergslagernas Järnvägssällskap und ihren Mitgliedern für die Erhaltung und Aufarbeitung dieses Wagens Anerkennung gezollt - ohne diese Bemühungen wäre vermutlich kaum die Rede auf die Olsson-Diamonds gekommen und folglich auch diese Seite nicht entstanden. Dieser Verein kümmert sich außerordentlich engagiert auch um die Erhaltung anderer interessanter Güterwagen-Drehgestelle (siehe: Güterwagen-Drehgestelle: Pressblech, genietet - Fox, siehe Homepage:
http://www.hobby.se/BJs/BJsintro1.html" - in Englisch).

Zum Drehgestell: Relativ gut sind Fedeplanke und Querträger zu erkennen. Ob die Achsen bereits von Anfang an rollengelagert waren, ist aus heutiger Sicht erst einmal nicht aufzuklären, vorstellbar ist jedoch, dass Olsson von vorneherein Rollenlager verwendet hat. Deutlich zu erkennen sind die verstärkten Führungsbacken. Diese ähneln den"Ohrläppchen" der Skabo-Diamonds, haben aber keine konkave sondern eher eine trapezatige Form. Diese Form ist von der Funktion bestimmt: an der inneren Wange wird die Aufhängung der Bremsklötze (U-Profil, auf dem oberen Flacheisen angenietet) abgestützt.

Anmerkung zur Schraubenfeder. Bemerkenswert ist bei dem von Matthias Palmer fotografierten Drehgestell die Ausführung der im Bild rechten Schraubenfeder. Deren Stahl hat keinen runden, sondern einen quadratischen Querschnitt. Darüberhinaus sind innerhalb dieser Feder weitere Bauteile zu erkennen, die eventuell zur Dämpfung der Schraubenfedern dienen könnten.

Skizze zu diesem Drehgestell siehe: Göteborgs Modelljärnvägssällskap: JC 09.01 - Boggier för godsvagnar, Juni 2005, Seite 3, unten (http://www.port.se/gmjs/main.asp?id=65)

Bauform C: Blattfeder, verstärkte Führungsbacken
 Olsson Diamond-Drehgestell
  Achsstand 2,0 m

  DSB/BP Gas ZE 503 405, Olsson 1953
  ex SJ 504 665, Q 12 b 3

  Foto (Ausschnitt): Per Topp Nielsen

Anstelle der Schraubenfedern, mit denen die Bauformen A und B ausgestattet sind, ist diese dritte Variante mit Doppelblattfedern ausgerüstet. Diese erfordern sowohl in der Höhe als auch in der Breite mehr Raum. Der Quertträger musste daher niedriger gebaut werden und hat nun einen eher rechteckigen Querschnitt, die seitlichen Gleitbacken sind breiter als bei der Ausführung mit Schraubenfedern. Außerdem wirkt die Federplanke verstärkt.

Bauform D: Blattfeder, verstärkte Führungsbacken, gewinkeltes Verbindungseisen
  Olsson Diamond-Drehgestell
  Achsstand 2,0 m (Baujahr 1958)

  DSB/Mærsk Kemi ZE 504 061, Scandia 1958 

  Foto (Ausschnitt): Per Topp Nielsen
  (33 86 771 5 061-1, Kosan DK)

Die Bauform D entspricht der Bauform C, hat aber neben Doppelbremsklotzsohlen, ein gewinkeltes Verbindungseisen. Vermutlich hat ein größerer Laufkreisdurchmesser der Räder diese Ausführung erforderlich gemacht. Bei unveränderter Bauform würde die Drehpfanne um die Hälfte des Differenzbetrages der Laufkreisdurchmesser höher liegen. Durch die Awinklung des Verbindungseisen (und gänderte Winkel der beiden Flacheisen) wird dieser Unterschied ausgeglichen. Leider liegen bislang keine Angaben zum Laufkreisdurchmesser der bei den Olsson-Diamond verwendeten Radsätze vor.

Quellen:
Nielsen, Per Topp: Persönliche Informationen
Dahlberg, Bengt: Persönliche Informationen
Zur Geschichte der Fa. Chr. Olsson, Falkenberg: http://www.interconsult.se/foretag/historik.htm
Zum Sj 506 251: http://www.hobby.se/BJs/BJsrollingstock4.html
 
 


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