Güterwagen Drehgestelle: Geschweißt -
Schotterwagen (Talbot)

Version 4.01.88.1, Stand: 4. November 2010

Inhaltsverzeichnis - "Geschweißt"- Hauptseite - Bauart 975, nach Zeichnung 503.04.1 - Bauart 975,  nach Zeichnung  D 643 a - Schotterwagen (Talbot) - Bauart 981.2 - 4, Spandau - Bauart 981.5, Gotha 42 - Bauart 973, Gotha 43 - Österreich, SGP Güt 52 ff.  - Bauart 984 - Bauart 989 ("Selbsteinstellbar") - Bauart 981.1, Pressblech, geschweißt - nächstes Kapitel - Impressum

Zeichnungen  (1800 mm Achsstand) - Foto (1800 mm Achsstand) - Fotos (2000 mm Achsstand) - Kommentar - Daten
 
 
Drehgestell für Dienst-Schotterwagen Talbot, 1800 mm Achsstand,  Skizze Seitenansicht Drehgestell für Dienst-Schotterwagen Talbot, 1800 mm Achsstand,  Skizze Stirnansicht/Schnitt durch den Hauptquerträger
Drehgestell für Dienst-Schotterwagen Talbot, 1800 mm Achsstand,  Skizze Draufansicht   Drehgestell für Dienst-Schotterwagen
  (Talbot, 25 m³, Baujahr ab 1939, 
  zuletzt DB Dienstgüterwagen BA 266)

   Quelle: Hermann Jahn, nach einer 
   Zeichnung aus der Sammlung 
   Bertil Bengtsson


 
 
Drehgestell für Dienst-Schotterwagen Talbot, 1800 mm Achsstand: Foto: Hermann Heless   Drehgestell für Dienst-Schotterwagen
  (Talbot, 1,8 m Achsstand)

  ÖBB Dienstschotterwagen
  80 81 972 0 303-.

   Foto: Hermann Heless, Wien Süd-Frachtenbf., 20. März 1991


 
Drehgestell Talbot 2000 mm Achsstand; Foto: Sammlung Harald Westermann   Drehgestell, ähnlich dem der 
  Dienst-Schotterwagen, jedoch 2,0 m Achsstand
  Fuchs, 1943

   Quelle:
   Sammlung Harald Westermann


 
Drehgestell Talbot, 2000 mm Achsstand; Foto: Hermann Jahn   Drehgestell, ähnlich dem der 
  Dienst-Schotterwagen, jedoch 2,0 m Achsstand
  Fuchs, 1942, 8 Federblätter

  (Städt. Häfen Hannover, Ealo 39, 
  Hannover Nordhafen, 6. Juli 1996)


1939, noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, hat Talbot die ersten geschweißten vierachsigen Dienstschotterwagen ausgeliefert, die jedoch erst ab 1944 als bahneigene Wagen geführt wurden. Für diese Wagen wurde ein neues Drehgestell entwickelt, das nicht unter Wagen des öffentlichen Verkehrs eingesetzt wurde und von daher wohl auch keinen Eingang in die DV 939 gefunden hat.

Das Drehgestell ist komplett unter Verwendung von Blechkonstruktionen und Walzprofilen in Schweißbauweise hergestellt. Die Seitenwangem bestehen aus mit aufgeschweißten Gurten verstärkten Stehblechen mit je 2 dreieckförmigen Bremsschaulöchern. Die inneren Federböckesind an vertikalen Blechen angeschlagen, die gegeneinander und gegenüber dem Seitenwangen-Stehblech mit einem ebenen horziontalen Blech ausgesteift sind. Zur Aufnahme der seitlichen Gleitstücken an den nach innen verlängerten Gurten sind die Oberkanten der Seitenwangen im mittleren Bereich abgesenkt. Der Hauptquerträger ist eine kastenförmige Schweißkonstruktion, bestehend aus je zwei Steh- und Deckblechen. Durch die verlängerten Obergurte ist er sowohl vertikal als auch horizontal an den Seitenwangen angeschlagen.
Die Federn sind in Laschen aufgehängt. Trotz dieser relativ einfachen Federaufhängung zeigten diese Wagen und ihre Drehgestelle in Laufversuchen (leer und beladen) auch bei Geschwindigkeiten von 90 km/h gute Laufeigenschaften.

Neben den Schotterwagen-Drehgestellen mit 1800 mm Achsstand gibt es ein praktisch baugleiches Drehgestell mit 2000 mm Achsstand. Um den längeren Achsstand realisieren zu können, wurden die Seitenwangen im Bereich des Hauptquerträgers um 20 cm verlängert, beide Varianten sind daher am Abstand der inneren Federböcke relativ gut zu unterscheiden. (Abbildungen dieser Drehgestell-Bauart mit 1,8 m Achsabstand finden sich zum Beispiel in: Carstens, Stefan: Güterwagen Band 4: Offene Wagen in Sonderbauart. Nürnberg 2003, S. 51 - 53 und Driesch, Peter: Dienstfahrzeuge (2). Bahndienst-Güterwagen. (= Miba Report). Nürnberg 2002, S. 20/21).

Nach bisherigem Kenntnisstand wurde die Drehgestell-Variante mit 2,0 m Achsstand in den Jahren 1942 und 43 bei Fuchs in Heidelberg gefertigt. Kesselwagen, die nicht der Leichtbauart entsprachen, überwiegend Chemie-Kesselwagen, wurden bis etwa 1943 nach nicht standarisierten Zeichnungen gebaut und von den Hersteller mit "hauseigenen" Drehgestellen ausgerüstet. Etwa ab 1943 wurden auch für die Druckgas- und Chemiekesselwagen standarisierte Zeichnungen unter Federführung von Westwaggon erstellt. Für diese Wagen kamen dann Pressblech-Drehgestelle der Einheitsbauart zur Verwendung.

 
  Geschweißtes Drehgestell "Schotterwagen (Talbot)"   1800 mm   2000 mm
  Drehgestell-Gattungsnummer    
  Achsstand   1800 mm   2000 mm
  maximaler Laufkreis-Durchmesser   940 mm   940 mm
  Achsschenkelmittenabstand   (1956 mm)   (1956 mm)
  Blatt-Tragfedern    
    Gestreckte Länge   1250 mm   1250 mm
    Anzahl der Federblätter (nach Zeichnung/Foto)   8   8
    Federblattquerschnitt   120 x ? mm  
  Durchschnittsgewicht (incl. Radsätze, Bremse)   4350 kg  
  erstes Baujahr   1939  

Quellen:
Carstens, Stefan: Güterwagen Band 4: Offene Wagen in Sonderbauart. Nürnberg 2003, S. 51 bis 53
Deutsche Reichsbahn, VES-W Delitzsch, Fachgruppe S: Zusammenstellung der Wagen und Drehgestellgattungsnummern, DS 999 19, 8. Ausgabe, gültig vom 1. 1. 1970
Driesch, Peter: Schotterwagen - einst und jetzt (in: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte - Band 28, 1996, S. 27 bis 38)
Driesch, Peter: Dienstfahrzeuge (2). Bahndienst-Güterwagen. (= Miba Report). Nürnberg 2002
Österreichische Bundesbahnen: Dienstbehelf 832/4. Übersicht über die Drehgestellbauarten in vierachsigen normalspurigen ÖBB-Wagen. Teil 3: Güterwagen. Ausgabe 1979 (Sammlung Hermann Heless)
Österreichische Bundesbahnen, GD Ref. IV/1: Beilage zum Dienstbehelf 802. Verzeichnis der normalspurigen ÖBB-Güterwagen-Drehgestelltypen. Ausgabe Mai 1965 (Sammlung Hermann Heless)
Persicke, J.: Ein neuer vierachsiger Schotterwagen (in: Glasers Annalen, 64. Jahrgang, Heft 8 vom 15. 4. 1940, S. 77 - 82)
Westermann, Harald: Persönliche Mitteilungen
 


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