Inhaltsverzeichnis
- Minden Dorstfeld/ORE Hauptmerkmale - Entwicklung
- Ausführungsvarianten, Bauarten 931, 932, 934
-
Sonderbauarten
- ORE-Ausführung (mit Schwerpunktaufhängung)
- ORE-adäquate Bauarten - SEAG
54 - nächstes Kapitel - Impressum
1. Kopfquerträger - 2. mit Wiegeventil - 3. mit integrierter Bremsanlage - 4. mit Drehkranz - 5. mit 1956 mm Achsschenkelmittenabstand
1. Kopfquerträger
Grundsätzlich haben
Minden Dorstfeld-Drehgestelle Kopfquerträger aus gewalzten U-Profilen.
Zumindest die Waggonfabrik Uerdingen hat in den Fünfzigerjahren auch
Kopfquerträger aus Pressblech und H-Profile verwendet.
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Minden Dorstfeld-Drehgestell,
frühe Bauform
beachte: Kopfquerträger aus Pressblech (ausgerundete Kanten) Uerdingen, 1955 EVA Zagkks (Druckgas-Kesselwagen)
33 80 792 3 308-0;
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Minden Dorstfeld-Drehgestell
mit H-Profil als
Kopfquerträger Uerdingen, 1958 Wasosa, ex EVA Zaces
33 80 797 7 500-7,
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2. mit Wiegeventil
2.1 Verkehrsbetriebe Peine Salzgitter, Werksbahnwagen
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Minden Dorstfeld-Drehgestell
mit Wiegeventil
VPS 4366
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2.2 Schweden, SJ G 56
M
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ORE-Drehgestell,
SJ G 56 M
mit Wiegeventil GC Sgs 82 74
454 0 023-3
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Vermutlich wurden diese Drehgestelle
als normale SJ G 56 (also ohne Wiegeventil) gebaut. Um diese Drehgestelle
mit automatischer Lastabwiegung ausrüsten zu können, musste außer
dem Wiegeventil und dem Gestänge der mittlere Federbock umgebaut werden.
3. mit integrierter Bremsanlage
3.1 Krupp 1964
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Minden Dorstfeld-Drehgestell
für DB Uaikk 727 mit integrierter Bremsanlage nach Zeichnung 0 Fwg 727.04.001.001 DB Uaikk 727, 31 80
991 7 219-0
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Die zehn Tiefladewagen der Bauart Uaikk 727 wurden 1964 bei Krupp gebaut. Für den Einsatz unter Tiefladewagen musste das Minden Dorstfeld mit einer integrierten Bremsanlage ausgerüstet werden. Bremszylinder und Gestänge befinden sich am pufferseitigen Drehgstellende.
3.2 FS Carello ORE F/ORE F 46
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ORE-Drehgestell
mit integrierter Bremsanlage = FS Carello ORE F/ORE F 46 Skizze: Hermann
Jahn, auf Grundlage
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Die Standardausführung
des Minden Dorstfeld-Drehgestells wird in Italien als "Carello ORE" bezeichnet,
die Ergänzung "F" steht für die integrierte Bremsanlage. Eine
so aufwändige Konstruktion kam nur zur Anwendung, wenn ein Wagen nicht
mit durchgehendem Bremsgestänge ausgerüstet werden konnten. Neben
Tiefladewagen ist dies vor allem bei Wagen, die tiefe, innenliegende Entleerungseinrichtungen
haben (z. B. Staubgutwagen, Uac). Die Skizze dokumentiert darüberhinaus,
dass es neben der Ausführung ORE F auch eine Ausführung ORE F
46 gegeben hat, deren Radsätze einen Laufkreisdurchmesser von nur
920 mm (statt 1000 mm) hatten. Der geringere Laufkreisdurchmesser könnte
auf einen Einsatz dieser Drehgestelle unter Tiefladewagen hindeuten.
4. mit Drehkranz und integrierter Bremse
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ORE-Drehgestell,
SJ G 56 S
mit Drehkranz und integrierter Bremse SJ Qbi (?) 84
74 985 0 012-7, ex 21 74 929 0 004-8
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ORE-Drehgestell,
SJ G 56 S
mit Drehkranz und integrierter Bremse Foto: Ulf L Eriksson, 20. Mai 2005 |
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ORE-Drehgestell,
SJ G 56 S
mit Drehkranz und integrierter Bremse, Rollen als seitliche Wagenuntergestell-Abstützung Foto: Ulf L Eriksson, 20. Mai 2005
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ORE-Drehgestell,
SJ G 56 S
mit Drehkranz und integrierter Bremse, obere Drehpfanne mit Drehzapfen/Drehpfannenbolzen Foto:
Ulf L Eriksson, 20. Mai 2005
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Die Drehgestelle der Bauart
SJ G 56 S (S = sidostödskrans) werden unter Dienst-Tiefladewagen der
Gattung Qbi eingesetzt. Offensichtlich müssen diese Drehgestelle unter
dem Wagen durchdrehbar sein. Der Drehkranz, der diese Durchdrehbarkeit
ermöglicht befindet sich im Drehgestell, das Wagenuntergestell stützt
sich seitlich mit Rollen auf dem Drehkranz ab. Bei herkömmlichen durchdrehbaren
Drehgestellen befindet sich der Drehkranz am Wagenuntergestell, an den
Drehgestellen befinden sich bogenförmige Gleitstücke.
Warum in Schweden diese
besondere Konstruktion gewählt wurde, ist bislang nicht bekannt.
5. mit 1956 mm Achsschenkelmittenabstand
Als UIC Standard Drehgestell
liegt dem Minden Dorstfeld-Drehgestell grundsätzlich ein Achsschenkelmittenabstand
von 2000 mm zu Grunde. Somit können in diesen Rahmen keine Radsätze
mit dem früher in Deutschland üblichen Achsschenkelmittenabstand
von 1956 mm eingebaut werden.
Im Bestand der VTG befanden sich Anfang der Fünfzigerjahre unter anderem auch noch mindestens 10 Wagen der 1941 gebauten Vorserie der vierachsigen Uerdinger Leichtbaukesselwagen. Diese Wagen waren mit einem sogenannten "Steifrahmen-Drehgestell" ausgerüstet, bei dem die Federn - ähnlich wie bei Lenkachs-Wagen - mit Rollenschaken am Wagen-Untergestell aufgehängt waren.
Im Jahr 1955 wurden diese Wagen bei Linke-Hofmann-Busch in Salzgitter umgebaut und mit neuen Drehgestellen nach Zeichnung 52019.04.00 ausgerüstet. Diese Zeichnung zeigt einen Drehgestell-Rahmen, dessen Seitenwangen denen des Minden Dorstfeld-Drehgestells nach Zeichnung Fwg 1092.04.80 (zwei dreieckige Bremsschaulöcher) entsprechen. Äußerlich dürfte dieses Drehgestell kaum von einem konventionellen Minden Dorstfeld-Drehgestell unterscheidbar gewesen sein.
Gemäß dieser Zeichnung war das Drehgestell mit achtlagigen Federn (mit geraden Federenden, Querschnitt 120 x 16 mm) ausgerüstet, vermutlich wurden diese Federn ebenso wie die Radsätze mit 940 mm Laufkreisdurchmesser von den alten Drehgestellen übernommen.
Merkwürdig ist, dass Linke-Hofmann-Busch nach Angaben von Rolf D. Rose erst ab 1957 Minden Dorstfeld-Drehgestelle in Lizenz für Privat-Güterwagen gebaut hat. Gemeint sind damit die vierachsigen Sattelwagen, die Linke-Hofmann-Busch 1957 für die MONOPOL-Bergwerksgesellschaft Kamen gebaut hat. Die Drehgestelle dieser Wagen "... sind wegen der betrieblichen Forderung mit Gleitachslagern und Radsätzen mit Achsschenkelmittenabstand von 1956 mm ausgerüstet worden." (Symann)
Ferner passt die Zeichnungsnummer "52019" nicht in das LHB-Schema, in dem Drehgestell-Zeichnungen üblicherweise mit "17" und einer weiteren dreistelligen Zahl (z. B. 17010, 17013, 17014, 17031, 17047 = LHB 71) bezeichnet wurden.
(Auf eine Abbildung der Zeichnung wird verzichtet, da die eigentlich zu dokumentierende Angabe des Achsschenkelmittenabstandes in authentischer Widergabe wegen zu kleiner Schrift nicht lesbar wäre.)
Quellen:
Donzello, Giorgio:
I Carrelli FS (Sammlung von Skizzen italienischer Drehgestelle aus Alben
der FS, veröffentlicht in den Jahren 1977, 1979 und 1980, in: "Rotaie",
Homepage von Giorgio Donzello, http://www.rotaie.it/New%20Pages/CarrelliFSAlbum77-79-80.html)
Driesch, Peter: Die Leichtbaukesselwagen
der UERDINGER, DEUTZER und Einheitsbauart, Teil III (in: Güterwagen-Correspondenz
12/13, 1/1990, S. 2 - 9)
Driesch, Peter: Pers. Mitt.
Linke-Hofmann-Busch GmbH:
Zeichnung 52019.04.00 Drehgestell. 2. Ausgabe vom 3. 2. 55 (Sammlung Peter
Driesch)
Rose, Rolf D.: Pers. Mitt.
(Sammlung Harald Westermann)
Symann, Walter: Neuentwicklungen
von Privatgüterwagen bie LHB (Glasers Annalen; März 1958, S.
87 bis 92)